Cabaret Voltaire : Dada Zürich

Zu Beginn des 1. Weltkrieges 1915, kam Hugo Ball (Schriftsteller und Theaterregisseur) zusammen mit seiner Partnerin Emmy Hennings (Sängerin und Tänzerin) von München in die Schweiz.
1916 : Emmy Hennings und Hugo Ball, Niederdorf Zürich
Hugo Ball:
Ich liebte nicht die Totenkopfhusaren,
Und nicht die Mörser mit den Mädchennamen,
Und als am End die grossen Tage kamen,
Da bin ich unauffällig weggefahren.

1935 : Blick von der Münstergasse zur Spiegelgasse 1Am Samstag 3. Februar 1916 war die Eröffnung des Cabaret bzw. der ‚Künstlerkneipe‘ Voltaire an der Spiegelgasse 1, Zürich.

Hugo Ball hatte eine Abmachung mit dem Inhaber der Kneipe ‚Meierei‘ betreffend Nutzung des Saales für ein literarisches Kabarett sowie zur Anhebung des Verkaufs von Bier, Würsten und belegten Broten. 1916 : Emmy Hennings und Hugo Ball, Niederdorf Zürich

Ein Abend mit Musik, Tanz, Manifesten, Gedichten, Versen, Bilder, Masken und Kostümen präsentiert von Hugo Ball, Emmy Hennings, Marcel Janco, Tristan Tzara, Hans Arp und Georges Janco.

Das Plakat dieser Veranstaltung gestaltete der ukrainische Maler Marcel Slodki.

Trotz des 1. Weltkriegs herrschte damals in Zürich ein sehr liberales Klima. In derselben engen Gasse, Spiegelgasse Nr.14, wohnte ein gewisser Herr Uljanow alias Lenin.

Die Behörden waren jedoch viel misstrauischer gegenüber den chaotischen Dadaisten, als den ruhigen, gelehrten Russen …

 

Plakat für Dada-Veranstaltung im 'Zunfthaus zur Meise'Die einzige Ausgabe der Zeitschrift Cabaret Voltaire erschien am 5. Juni 1916.

Initiiert von Hugo Ball enthielt sie, neben Beiträgen von Kandinsky, Arp und Modigliani, den erstmaligen Druck des Wortes Dada!

Ergänzend zum eher literischen Charakter von Cabaret Voltaire wandte sich der Zürcher Dadaismus in einer zweiten Phase vermehrt der bildenden Kunst zu.

Hugo Ball, ‚18.3.1917: Mit Tzara zusammen habe ich die Räume der Galerie Corray übernommen und gestern die Galerie DADA eröffnet …‘

An der Bahnhofstrasse 19 stellten sie Werke von Kandinsky, Arp, Klee, de Chirico, Feininger, Ernst, Janco, Modigliani, Macke, Kokoschka und anderen aus.

Umschlag für die Zeitschrift 'Dada' Nr.3Hugo Ball, ‚18.4.1917: Tzara drängt wegen der Zeitschrift. Mein Vorschlag, sie ‚Dada‘ zu nennen, wird angenommen.‘

Von Juli 1917 bis Mai 1919 erschienen vier Nummern. Die dritte Ausgabe enthielt neben Beiträgen der Berliner ‚Club Dada‚ Mitglieder, zusätzliche Artikel des Pariser Dadaisten Francis Picabia.

An der Ausgabe ‚DADA 4-5‘ arbeiteten weitere Mitglieder der Pariser Gruppe mit.

Die 8. ‚Dada-Soirée‘ fand am 9. April 1919 im ‚Kaufleuten Saal‘ statt. Während einer Lesung von Walter Serner begann das Publikum mit Zwischenrufen und schliesslich attakierten einige von ihnen die Bühne. Der ganze Saal war in Aufruhr und Dada-Zürich endete mit Tumult und Chaos wie es begann.

> Tristan Tzara schrieb 1922 eine Chronik über Zürich-Dada.

Und 60 Jahre später begann eine Frauen-Band, beeinflusst von Dada-Zürich, Musik zu machen …